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Pädagogisches Konzept des Kindergartens Kulleberga e.V.

Vorwort

zur Konzeption des Kinderladens Kulleberga e. V.

Es kann sein, dass Sie sich fragen, was sich hinter dem Begriff "Konzeption" verbirgt. Das ist ganz einfach: Eine Konzeption ist eine genaue Zusammenfassung der Arbeitsschwerpunkte und aller wichtigen Informationen, die unsere Arbeit exakt beschreiben.

Diese Konzeption soll dazu beitragen, dass Mitarbeiterinnen und Eltern im gleichen Maße die Verantwortung dafür tragen, dass die Aussagen (im Interesse einer entwicklungsunterstützenden Erziehung aller Kinder) einen verbindlichen Wert besitzen. Unter verbindlichen Wert" stellen wir uns so etwas wie eine Richtlinie vor.

Am effektivsten wäre es, wenn das gesamte Umfeld eines Kindes (Eltern, Erzieher, Großeltern, ect.) sich an dieser Richtlinie orientieren bzw.‑ anlehnen. So muss das Kind sich nicht ständig umstellen, wenn die Bezugspersonen wechseln.

Unser Anliegen ist es, einen Beitrag zu einer qualitativ hochwertigen Kinderbetreuung bzw. Kindererziehung zu leisten.
Dem Kind durch eine anregende Raumgestaltung viele Möglichkeiten des Wissenerwerbs zu geben und seine Neugier zu wecken.

In der  Einrichtung werden Kinder von 1 bis Schuleintritt betreut.
Die Einrichtung ist von Montag bis Freitag, von 7.30 Uhr bis 16.30 Uhr geöffnet.
Zum Personal gehören zwei staatlich anerkannte Erzieher und ein Bundesfreiwilliger.
Wir sind als Praktikumsstelle anerkannt.

Bildungsauftrag

Grundlage für die Gestaltung des Erziehungs‑, Bildungs‑ und Betreuungsauftrages in Tageseinrichtungen für Kinder ist das überarbeitete „Berliner Bildungsprogramm“.

Das Kind in der Entwicklung aller Kompetenzen zu unterstützen und in allen Bildungsbereiche zu stärken.

Die Bildungsbereiche:

Dazu gehört es unter anderem den Kindern zu helfen, ihre persönliche Identität auf- und auszubauen, ihr Selbstwertgefühl zu erweitern und zu festigen, eigene sowie fremde Bedürfnisse miteinander abzuwägen und sich auf eine soziale Gemeinschaft einzulassen.

In der heutigen Zeit wird das Leben von Kindern oft durch ein Übermaß an Außenreizen und Überangeboten geprägt. Zu den Aufgaben der Erzieher gehört es, Kindern zu einer erlebbaren Kindheit zu verhelfen. Das kann nur gelingen, wenn wir uns als fachkompetente liebevolle und verlässliche Vertrauenspersonen verstehen. 

Es wird immer deutlicher, dass die vielfältigen und unterschiedlichen Irritationen heutiger Kindheiten sich nur dadurch beheben lassen, wenn Kindereinrichtungen sich weitaus mehr an die Bedürfnisse und Wünsche von Kindern orientieren, damit diese Sicherheiten und Verlässlichkeiten erleben können (z. B. Regeln aufstellen und einhalten). Beides ist die Grundlage für eine  ganzheitliche gesunde Entwicklung des Kindes.

Kinder brauchen einen eigenen Entwicklungszeitraum "Kindheit" und genügend Zeit, sowie eine interessante Umgebung. Strukturierte Räume, die genügend Materialien bereit halten, um sich ihre Umwelt mit allen sinnen erschliessen zu können. Kinder lernen immer durch ihr Handeln (nicht aus dem Hören oder Sehen). Wir wollen aber keine künstliche "Übungswelt" schaffen, sondern reale Handlungsbezüge aufgreifen.

Hieran schließt sich auch die Gestaltung der Pädagogik ( Situationsorientierter Ansatz). Wir sind gegen eine ständige "Angebotspädagogik" bei der sich Kinder daran gewöhnen müssen, dass andere für sie denken und für sie planen. Ständige Angebote schaffen das Problem, die Rolle eines agierenden Menschen zu übernehmen und das gegenwärtige und zukünftige Leben darauf ausrichten, dass andere für das eigene Wohlbefinden verantwortlich sind.

Das hätte in der Persönlichkeitsentwicklung jüngerer Menschen dramatische folgen, da z. B. Angebote und Konsumorientierung sehr nahe beieinander liegen. Selbständigkeit hingegen fordert Kinder dazu auf, für sich selbst zu sorgen, Bedürfnisse abzuwägen und ggf. zurückzustellen oder durchzusetzen.
Die Arbeit mit dem situationsorientierte Ansatz erfordert intensives Beobachten und Zuhören, um die aktuellen Probleme, Interessen und kulturellen Ereignisse der Kinder und Familien aufzugreifen und zu thematisieren. Es bedarf der genauen Analyse der Erzieher, die Interessen der Kinder aufzugreifen und mit ihnen an diesen Themen zu arbeiten. Dazu bedienen sich die Erzieher auch der Altersmischung, denn viele Interessen der jüngeren Kinder, können die älteren durch ihre bereits erworbenen Kenntnisse schon erklären. Die Kinder arbeiten, ihrem Alter und ihren Fähigkeiten entsprechend, von Anfang an, an der Entwicklung und Durchführung von Projekten mit.

Zum Bildungsverständnis

In der Einrichtung werden Kleinstkinder ab 1Jahr betreut. Ein wichtiger Bestandteil für eine

gute und vertrauensvolle Beziehung, ist die Eingewöhnungsphase. Die Dauer der

Kennlernphase richtet sich nach dem Kind. Erst wenn wir sicher sind, dass das Kind und die

Eltern vertrauen in die neue Umgebung und in die Erzieher haben, kann das Kind allein bei

den neuen Bezugspersonen bleiben. Die Erzieher kümmern sich in der

Eingewöhnungsphase intensivst um die Befindlichkeiten des neuen Kindes.

Bei den 1jährigen geht es vorwiegend um Bindungsaufbau, das Erlangen von Sicherheiten

beim eigenen Tun, Pflege- und Versorgungstätigkeiten.

Wir arbeiten situationsorientiert.
Uns ist es wichtig, dass den Kindern eine Umgebung zur Verfügung steht, in der sie sich zu
aller erst mal Wohlfühlen!!!!
Wenn ein Kind sich unwohl und unsicher fühlt, ist es eingeschüchtert und in seiner
Entwicklung gehemmt.
In der Elementarpädagogik nimmt die Bindung zu Vertrauenspersonen noch einen sehr
hohen Stellenwert ein. Das Bedürfnis nach Körpernähe gibt den Kindern ein
Sicherheitsgefühl. Mit der Sicherheit, dieses Bedürfnis erfüllt zu bekommen, kann es sich
seine Umwelt erschliessen und aneignen. Die Spielaktivitäten und Fantasien des Kindes
können sich auf einer gesunden Basis entwickeln. Das Spielen stellt die Hauptaktivität eines
Kindes dar, sich seine Umwelt und die Welt der Erwachsenen zu erschliessen. Dazu stellen
wir den Kindern genügend Materialien zur Verfügung. Schwerpunkt unserer Einrichtung ist
das „Lernen in Bewegung“. Ein grundsätzliches Bedürfnis eines Kindes ist es, seinen
Bewegungsdrang auszuleben. Wir kommen diesen Aktivitäten mit unserem Raumkonzept
entgegen. Siehe dazu Thema :Raumgestaltung
Wichtig ist uns die Aufstellung von Regeln und deren Einhaltung
Das geschieht im demokratischen Miteinander der Erzieher mit den kindern.

Unsere Arbeit orientiert sich an der Realität des menschlichen Miteinander, sowie an

grundsätzlichen Idealen, wie z. B. der Würde des Menschen, Respekt vor dem anderen
Individium usw.

 Werte ethischer und moralischer Art versuchen wir ebenso zu vermitteln, wie allgemeine

gesellschaftlich hochgeschätzte Werte und interkultureller Grundsätze.

Dazu gehört der schonende Umgang mit der Natur, Friedenserziehung und Toleranz

gegenüber anderen Kulturen und Traditionen. Im Kinderladenalltag gibt es täglich

 Situationen, um das ebend genannte anzuwenden.

1.Bedeutung und Stellenwert des Spiels

Wir haben schon von Eltern gehört: "Ach so, du hast heute nur gespielt." Wir haben auch erst durch unsere Ausbildung den qualitativ hohen Stellenwert des Spiels kennen gelernt. Spielen der Kinder umfasst vor allem drei Kernbereiche: Zum einen dient das Spiel dem Aufbau sowie der Erweiterung der Persönlichkeit, zum zweiten bildet es die Basis für den Erwerb bedeutsamer Kompetenzen und zum dritten hilft es den Kindern dabei, sich überhaupt in ihrer Welt zu orientieren ‑ und handelnd ‑ also begreifend zu erleben ( schon im Babyalter ist nur durch das Greifen ein Begreifen möglich).
Das Inventar unserer Räumlichkeiten bietet den Kindern viele Möglichkeiten ihre Fein- und Grobmotorik und weitere Kompetenzen zu schulen.

Was heißt das im einzelnen?

Persönlichkeitsentwicklung durch das Spiel geschieht dadurch, dass Kinder eine Selbstkompetenz erleben, die dazu beiträgt, dass sie Vertrauen spüren, in sich und in ihr vielfältiges Handeln, indem sie u. a. :

‑           eigene Bedürfnisse wahrnehmen und umsetzen möchten,
‑           sich durch Motorik, Mimik und Gestik sowie Sprache äußern
‑           Neugierde und Eigeninitiative spüren
‑           Handlungsabläufe mit Risiken versehen
‑           Handlungsimpulse mit Gefühlen und kognitiven Aspekten besetzen
‑           Freude an der Umsetzung von Ideen finden
‑           Möglichkeit zur Problemdifferenzierung und ‑ lösung suchen und erkennen
‑           Ihr eigenes Tun mit Wertigkeiten zu belegen

 

All diese Punkte begleiten wir unter dem Motto:

"Hilf mir, es selbst zu tun!"

(z. B. bei Auseinandersetzungen während des Spiels, greifen wir nicht immer und sofort ein)

Persönlichkeitsentwicklung als der Auf‑ und Ausbau einer eigenen Identität verhilft Kindern dabei, sich in ihrer Besonderheit, ihrer Einmaligkeit wahrzunehmen und Stolz auf eigene Leistungen zu verspüren. Ein Stolz, der neue Handlungs‑ und Gefühls‑ sowie Gedankenimpulse provoziert und Kinder in die Situation des Spiels immer tiefer eintauchen lässt.

 

Dabei bietet das Spiel der Kinder in seinem unterschiedlichen Formen und Gestaltungsvariationen eine Vielfalt für Lernprozesse unterschiedlicher Art. So ist bekannt, dass Kinder, die viel und intensiv spielen, u. a. folgende Verhaltensweisen in einem ausgeprägteren Maße zeigen als Kinder, die in ihrer Spielfähigkeit eingeschränkt werden:

im emotionalen Bereich:

ein tieferes Erleben von Gefühlen;
ein besseres Verarbeiten von Enttäuschungen;
eine höhere Toleranz bei Frustrationen;
ein besseres Aushalten uneindeutiger (widersprüchlicher) Situationen;
eine geringere Aggressionsbereitschaft;
eine größere Zufriedenheit mit sich und in Situationen;
einen höheren Optimismus und
eine ausgeprägteres Verhältnis der vier Grundgefühle
(Angst, Freude, Trauer und Wut)

im sozialen Bereich:

ein besseres Zuhören ‑ Können bei Gesprächen
eine geringere Vorurteilshaltung anderen Menschen gegenüber;
eine bessere Kooperationsbereitschaft;
eine größere Vielfalt im Reagieren in Konfliktsituationen,
eine höhere Verantwortungsbereitschaft;
eine bessere Hilfsbereitschaft bei Notsituationen anderer;
ein intensiveres Schließen von Freundschaften;
eine höhere Bereitschaft, sich auf andere Personen einstellen zu können,
ein besseres Wahrnehmen von Bedürfnissen anderer;
eine höhere Regelakzeptanz sinnvoller Regelungen;
eine höhere Sensibilität bei der Wahrnehmung von Ungerechtigkeiten;

im kognitiven Bereich:

ein besseres vernetztes Denken;
eine höhere Konzentrationsfähigkeit;
ein besseres Langzeitgedächtnis
eine erweiterte Wahrnehmung und eine bessere Differenzierung;
ein ausgeprägtes kausales Denken;
einen besseren Wortschatz;
eine differenzierte Sprache;
eine bessere Logik und eine
bewußtere Kontrolle im Hinblick auf eigenes Handeln;

im motorischen Bereich

eine differenziertere Grob‑ und Feinmotorik;
eine gute visuell‑motorische Koordinationsfähigkeit;
eine flüssigere Gesamtmotorik;

eine schnellere Reaktionsfähigkeit.

Kinder stärken im Spiel ihr Kompetenzen, die notwendig sind, um ein selbständiges und teilautonomes Leben zu führen und Situationen so zu arrangieren, dass sie Mitgestalter ihrer Biographie sowie bestimmter Situationen sind. Im Spiel erkennen und schulen die Kinder ihre Potentiale und Vorlieben.

Wenn also Kinder durch das Spiel sowohl Selbst‑, Sach‑ und Sozialkompetenzen erweitern und so wichtige Kompetenzen für ihre Lebensgestaltung lernen, dann würde eine Begrenzung der Spielmöglichkeiten wiederum bestimmte Folgen nach sich ziehen, die einem Kind im späteren Leben Nachteile bringen würde. Das Spiel unterbrechen oder unterbinden hieße, Kinder in ihrer Entwicklung zu behindern ‑ so einfach kann die Aussage auf den Punkt gebracht werden.

Da Kinder in einer Weit voller Reizwirkungen leben und immer auf der Suche sind, was diese Impulse mit ihnen selbst zu tun haben könnten, nutzen sie die unterschiedlichsten Formen des Spiels, Außenimpulse mit inneren Bedürfnissen zu verbinden. Kinder stellen damit Vernetzungen zweier Welten her und erleben auf diese Art und Weise ein Zusammenwirken unterschiedlicher Kräfte. Sie verinnerlichen damit einerseits die Außenwelt und äußern sich gleichzeitig durch ihr besonderes Spiel über ihre gefühlsbesetzte Innenwelt. Vor Jahren lag es in der Aufgabenstellung, die Spielfähigkeiten der Kinder auszubauen, und heute zeigen entsprechende Untersuchungen und Beobachtungen in der Praxis, dass durch übermäßige Außeneinflüsse immer weniger Kinder spielen können.

Unsere Ziele: Die Spielfähigkeit als eine kindeigene Ausdrucks‑ und Erzählwelt muß verstärkt aufgebaut werden, um Kindern ihren ursprünglichen Reichtum an Ausdrucksverhalten wiederzubringen.

Was Kinder brauchen, sind Bedingungen, die ein intensives Spielen erlauben,

Menschen, die sich als aktive Mitspielerinnen von Kindern verstehen und
Situationen, die ein vielfältiges Spielen unterstützen. Auf den Punkt gebracht heißt
das, dass;

‑           Kinder ausreichend Platz zum Spielen brauchen und Räumlichkeiten, die Anregen und Herrausfordern

‑           dem Spiel(en) der Kinder eine oberste Priorität eingeräumt werden muß und

Spieleinschränkungen davon zeugen, dass wenig
Kenntnisse über die Wirkungen des Spiels zur Verfügung stehen;

‑           das Spiel(en) der Kinder möglichst wenig unterbrochen werden darf, zumal ein

Versenken in Spielhandlungen für Kinder einer ernsthaften Arbeit
Gleichkommt;

‑           das Spiel(en) eher mit weniger Spielzeug auskommt, so dass Kinder sich

veranlasst sehen, selber ihre Spiele zu arrangieren und Verantwortung für die
Spielabläufe übernehmen (müssen);

‑           Kinder während des Spielens sehr viel Zeit brauchen (dürfen) und ein

Bedrängen der Kinder deutlich kontraproduktiv im Sinne einer Spielvertiefung
ist;

‑           Kinder die Möglichkeiten erhalten müssen, Spielabläufe selber zu gestalten,

Spielprozesse mit Probieren und Versuchen ausfüllen können und dabei
wichtige Erfahrungen machen können;

‑           Bestimmte ritualisierte Spielformen der Kinder akzeptiert werden müssen,

weil sie Kindern dabei helfen, gerade durch bestimmte Wiederholungen etwas
auf‑ oder nachzubereiten.

Es wäre ungünstig für die Entwicklung der Kinder, wenn wir als Einrichtung diesen

Freiraum zur Spielgestaltung und von Spielerlebnissen nicht nutzen würde und einer "‑gezielten Beschäftigung" von Kinder Vorrang einräumen würde. Wie kann es anders als ein Widerspruch erlebt werden, wenn z. B. in späteren Jahren Kindern mit besonderen Schulschwierigkeiten wieder über spezifische spieltherapeutische Verfahren zu einer Verbesserung ihre Schulfähigkeit herangeführt werden.

 

Kinder im Mittelpunk

Wir haben es uns zur Aufgabe gestellt, den Kindern im Kinderladen einen
Ereignisraum zu bieten, in dem sie sich Stück für Stück weiterentwickeln, ihre Identität auf‑ und ausbauen und das Gruppenleben kennen lernen können. Das beinhaltet auch, dass sie bei uns die ganze Vielfalt des Spielens genießen, sich mit sich selber und anderen auseinander setzen, Freude und Spaß haben und neue Erfahrungen machen bzw. bekannte Erfahrungen wiederholen können.

Durch liebevolle Zuwendung zu den Kindern sowie deren intensive Betreuung und
individuelle Förderung soll es den Kindern möglich sein, sich aus der Geborgenheit einer überschaubaren Gruppe zu freien, selbstständigen Persönlichkeiten mit einem hohen Maße an sozialer Verantwortung zu entwickeln.

Die wichtige Kompetenz des Gruppenlebens wird vor allem durch die Altersmischung unserer Kinder, 1‑ Schuleintritt, gefördert. So lernen die „Kleinen“ von den "Großen" und die "Großen" lernen Verantwortung für kleinere Gruppenmitglieder zu übernehmen. Da wird z. B. getröstet, wenn jemand weint, die Malerei ist kein "Krickelkrakel", sondern "Schön" und beim An‑ und Ausziehen wird auch geholfen. Die Kleinen lernen, die Großen als Partner zu akzeptieren und sich an deren Verhalten zu orientieren.

Die von uns angebotenen Aktivitäten und Themen richten sich nach den Bedürfnissen der Kinder. Dabei wird darauf geachtet, dass die motorischen und feinmotorischen Fähigkeiten genauso gefördert werden, wie die kreativen Fähigkeiten und das Sprachverhalten.

Das geschieht immer im Hinblick auf die Altersspezifik und der Individualität des Kindes.

Die Grob‑ und die Feinmotorik wird durch Turnen, Rhytmik, Bastelarbeiten mit Papier und Schere, Pinsel und Farbe usw. geschult.

Durch die kreative Umsetzung von Sachthemen jeglicher Art werden die Sinneswahrnehmungen der Kinder in Bezug auf ihre Umwelt vertieft.

Das Sprachverhalten der Kinder wird durch Gespräche, altersorientierte Lieder, Finger‑ und Kreisspiele gefördert.

Es ist uns wichtig, dass die Kinder Ausdauer, Differenzierungs- ­Konzentrations‑ und verbale Ausdrucksfähigkeit üben.

Exkursionen und Unternehmungen (Theater, Parks, Zoo usw.) sollen den Kindern ihre Umwelt näher bringen und ihren Erfahrungshorizont erweitern. Ein wichtiges Ziel in unserer Arbeit ist es auch, die Kinder in ihrer Selbständigkeit zu fördern und somit ihr Selbstwertgefühl zu steigern.

Da in unserer Gesellschaft der Stressfaktor immer mehr zunimmt, soll gerade der Kinderladen ein Ort sein, an dem die Kinder Zeit haben, sich in Ruhe auszuprobieren und kennen zulernen. In ihrem ganzen Handeln werden sie dabei von den Erziehern unterstützt. Es ist darauf zu achten, den Kindern nicht zu helfen, weil es schnell gehen muss, sondern nur, wenn sie es wollen.

Elternarbeit

Um die Voraussetzung für eine harmonische, ganzheitliche Entwicklung jedes einzelnen Kindes zu schaffen, ist die Zusammenarbeit mit den Eltern nötig. Die EKT "Kulleberga e.V. versteht sich als Eltern‑Initiativ‑Kindertagesstätte. Elternmitarbeit ist also nicht nur gewünscht, sondern auch gefordert. Das Gefühl der Verantwortlichkeit seitens der Eltern für die gesamte Gruppe, nicht nur für das eigene Kind, bildet eine existentielle Grundlage des Bestehens und Gelingens des Kinderladens. Das beinhaltet die bereitwillige Mitarbeit der Eltern im Routinebetrieb, die ehrenamtliche Vorstandstätigkeit, sowie stete Hilfsbereitschaft bei besonderen Anlässen (Weihnachtsfeier, Sommer‑ und Laternenfest usw.). Im Interesse eines kinderorientierten Kinderladens liegt das Erzieher‑Elterngespräch, um notwendige Ziele transparent zu machen und gemeinsame Hilfen zu erarbeiten. Aufgabe der Einrichtung und der Erzieherinnen ist es, zunächst ein Klima des Vertrauens und einer gewünschten Beziehung zu vermitteln, damit Eltern sich mit ihren Erwartungen, Hoffnungen und Befürchtungen verstanden und gut aufgehoben wissen.

Aus dieser Atmosphäre heraus wächst die Zusammenarbeit im Sinne einer familienunterstützenden Aufgabe.

Familienunterstützung versteht sich als eine Aufgabe der Mitarbeiter/innen, nicht nur für die Kinder, sondern auch im Rahmen der Möglichkeiten auch die Eltern bei der schwierigen Aufgabe "Erziehung" zu begleiten.

Es ist wichtig, Eltern in den Kinderladen zu integrieren und ihnen das Gefühl des Willkommen‑Seins zu vermitteln. Aus elementarpädagogischer Sicht ist aber bei allem Ernstnehmen der Eltern, der Akzeptanz ihrer Bedürfnisse und ihrem Engagement für bestimmte Wunschrealisierungen den Erziehern das Recht vorbehalten, diese zwar zu berücksichtigen, aber ihre Bedeutung für die Pädagogik abzuwägen.
Das heißt, dass wir Erzieher die Schwerpunkte unserer Arbeit auf der Grundlage fachorientierter Reflexionen, qualifizierter Fort‑ und Weiterbildungen und Erfahrungen festlegen.Mit unserer Arbeit setzen wir das „Berliner Bildungsprogramm“ um.

Es besteht dabei immer die Aufforderung, Elternwünsche zu berücksichtigen, wobei die Erzieher das Recht behalten, Entscheidungen fachgesichert in den Kinderladenalltag einzuflechten. Unzufriedenheiten werden durch Transparenz des Alltages im Kinderladen verringert und Arbeitsvorhaben immer wieder verdeutlicht.
Die Eltern haben die Möglichkeit, bei Fragen und Problemen zu ihrem Kind oder der Arbeitsweise der Erzieher/in, einen Termin an der im Eingangsbereich befindlichen Liste einzutragen.
Eine weitere Gelegenheit mit den Erziehern und den Eltern zu sprechen, bieten die Elternabende, Mitgliederversammlungen und Feste, wobei eine rege Teilnahme erwünscht ist.
Die kleine Gruppe von 15 Kindern und das Miteinander der Erzieher und der Eltern unterstreicht den famielienergänzenden Charakter des Kinderladens.

Beobachten und Dokumentieren

Als Dokumentationsinstrument steht uns das Berliner Sprachlerntagebuch zur Verfügung. Desweiteren haben wir ein Interwiev entwickelt, in dem die Gefühlslage des Kindes, die körperliche Verfassung , die sozialen Kontakte, Denkvermögen und Differenzierung sowie die daraus resultierenden Förderziele erfasst werden. Das Interwiev ist ein Instrument, das wir ab dem viertem Lebensjahr anwenden. Bei der Beobachtung und Dokumentation der jüngeren Kinder steht uns ein Beobachtungsbogen zur Verfügung. In Teamgesprächen erläutern wir die Ergebnisse und erstellen Förderpläne.

Raumgestaltung

Die Gesamtfläche des Kinderladens beträgt ca. 100m².
Es gibt 3 Räume, ein Kinderbad mit zwei kleinen Waschbecken und zwei Kindertoilette, eine Erziehertoilette, eine Küche, eine Gaderobe und einen langen Flur.
Die Räume unterscheiden sich in ihrer Spezifik, werden aber nach Bedarf auch Multifunktional benutzt.
In der Raumgestaltung haben wir unser Leitbild „Kinder lernen in Bewegung“ umgesetzt.
Den Kindern steht ein Bewegungsraum zur Verfügung, in dem sie aufgefordert werden, sich den Raum zu erobern. Bälle unterschiedlicher Grösse und Materialbeschaffenheit, Tücher, Alltagsmaterialien, wie Schwämme, große Softbausteine, Tunnel, Rollbretter, eine Tastwand und eine Kletterwand  und noch Einiges mehr laden zum Erobern ein.
Weiterhin können die Kinder ihre Kreativität im Konstruktionsraum verwirklichen. Ihnen stehen Bausteine verschiedener Größe und Materialbeschaffenheit, Autos, Tiere, eine Murmelbahn, Alltagsmaterialien, wie Klammern, Zuordnungsspiele und Motorikwände zur Verfügung. Ein Seil lädt zum Klettern ein.
Im Essenraum werden auch alle Tischaktivitäten , wie basteln, tuschen, malen und Tischspiele gespielt.
Desweiteren befindet sich die Puppenecke und die Leseecke in diesem Raum.
Zur Medien- und Projektarbeit befindet sich ein Flachbildschirm an der Wand.
Im Flur befindet sich ein großer Spiegel und eine Motorikwand. Der Flur wird ins Spiel einbezogen und aktiv mit benutzt.

Ernährung

Ein Bundesfreiwilliger kümmert sich um Zubereitung der Mahlzeiten.
Er ist verantwortlich für den Einkauf , die Vorbereitung des gemeinsamen Frühstücks und die Zubereitung einer gesunden ausgewogenen Mittagsmahlzeit.
Für das Frühstück zahlen die Eltern 10 € im Monat.
Die Kinder haben die Möglichkeit zum Frühstück selbstbestimmt zu entscheiden ob sie Wurst, Käse oder etwas Süsses aufs Brot wollen.Es gibt täglich frisches Gemüse. Milch oder Kakao kompletieren die Mahlzeit. .
Das Mittagessen wird täglich frisch und abwechslungsreich zubereitet.
Wir nehmen die Mahlzeiten in einer entspannten Atmosphäre gemeinsam ein.